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GRETH SCHELL FIGUREN

Die Greth Schell Gruppe besteht aus 8 Figuren. Der Greth und 7 Lölis. Jede Figur trägt eine andere Maske und ein anderes Farbkleid. Das Greth Schell gehört zu den stadtzugerischen Spezialitäten und ist viel, viel älter als die im ganzen Schweizerland bekannte und geschätzte Kirschtorte.

Ist die Torte ein Leckerbissen, bei deren Namen jedem das Wasser im Munde zusammenströmt und paradiesische Genüsse verspricht, so ist das Zuger Greth Schell ganz anderer Natur. Beim Klang dieses Wortes zuckt und juckt das Zugerherz und fängt lustigfroh einen fastnächtlichen Tanz an.

Das Treiben der illustren Gruppe hat es in sich, dass all die zugerische Fastnachtsfreude sich darin verbirgt und wenn die alte Greth mit ihrem Tragkorb in der wilden Kumpanei der Löli durch die Gassen tollt, dann ist die Zuger Fastnacht auf ihrem Höhepunkt angelangt.

Die Figurenfarben

Die Masken

Die Greth Schell Gruppe besteht aus 8 Figuren. Der Greth und 7 Lölis. Jede Figur trägt eine andere Maske und ein anderes Farbkleid. Die Masken des «Zyt» und des «Bruun» sind Kupfermasken, während die anderen Lölis Holzmasken tragen. 

Die Figuren

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Die Greth

Die Greth ist die Hauptfigur. Sie stellt eine Frau in gesetztem Alter dar, die ihren Mann in einem Trag- oder Rückenkorb umherträgt. In Wirklichkeit ist es ein kräftiger, grosser Schreinerzünftler, der bis zur Hälfte als Frau bekleidet ist. Der Oberkörper ist als Narr dargestellt, in einem anliegenden Wams (Umhang), das mit runden, farbigen Tuchstücken über und über bedeckt ist.

Als Kopfbedeckung dient eine sogenannte Schellenkappe mit zwei Hörnern und wattiertem Tuch. Der bodenlose Tragkorb ist dem Mann über den Kopf gestülpt, so dass Kopf und Arme darüber hinausragen. Die rechte Hand schwingt eine Peitsche. Der Oberleib und Kopf der Frau ist als Puppe vorn am Tragkorb angeheftet. Damit die Täuschung als ob zwei Personen statt einer vorhanden seien, besser gelingt, muss der Rollenträger des Greth Schell sich stark hintenüber lehnen, was ehr ermüdend und anstrengend ist. Die ganze Zeit des Umzuges tänzelt er hin und her und lässt die angeschnallten Glocken erklingen.  

Die «Lölis»

Begleiter und Beschützer der Greth Schell sind 7 Narren, «Löli» genannt. Die Kleidung der Löli besteht aus mit runden Punkten übernähten Hosen, kurzem Wams (Umhang) und Narrenkappe mit Hörnern und Rute, an der eine «Süü-Blootere» befestigt ist. Die aktuellen Gesichtsmasken sind aus Holz geschnitzt. 

 

In ihnen werden die Zechkumpanen des gehörnten Schell-Ehemannes gesehen. Trotz der etwas furchteinflössenden Masken und der schwingenden Ruten gelten die die Zuger Narren als «gute Narren», da sie den Kindern allerlei Läckereien verteilen oder zuwerfen. Die Geste wird jedoch erst wirksam, wenn die Mädchen und Buben aus Leibeskräften «Greth-Schälle-Bei» schreien.

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Zyt und Brun

Die meisten Lölis sind namenlos, mit Ausnahme des «Zyt» und des «Bruun». Der «Zytlöli» in blauem Gewand trägt ein Zifferblatt auf seinem Rücken, das jene Zeit signalisieren soll, bei welcher Greth Schell ihren Ehemann aus dem Wirtshaus zu schleppen pflegte.

 

Der «Bruun», auch in blauem Gewand, wurde nach seiner braunen Maske benannt. 

 

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«Brrrr - lüüter»

Damit das auch lauthals geschieht, animieren die Lölis die Kinder mit «Brrrrr» und «lüter, lüter». Doch Achtung, sind die Kinder zu vorwitzig oder versuchen womöglich dem Löli eine Orange aus seiner Beuteltasche zu stibizen, dann kann es schon mal einen sanften Seitenhib mit der «Süü-Blootere» auf das Haupt geben. Das betrifft übrigens auch vorwitzige Zuschauer und Eltern. 

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Der «Unehliche»

1946 gesellte sich die Figur «Basters», heute als «Unehlicher» bezeichnet, zur Gruppe. Diese aus den Resten der übrigen Kostüme geschneiderte Figur ermöglicht es den etwas kleiner gewachsenen Zünftlern, ebenfalls aktiv am Brauch teilzunehmen. 

Greth Schell Brunnen

Auf Anregung des Baarer Grafikers Eugen Hotz ehrte die Zunft ihre Leitfigur 1977 mit der Errichtung einer durch den Luzerner Bildhauer Rolf Brem geschaffenen Skulptur, die seither zum Symbol für den «Greth-Schell-Brunnen» in der Zuger Altstadt geworden ist.

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Das grosse Treiben

Am Nachmittag des Güdelmontag bewegt sich die Greth Schell, begleitet von ihren Kumpanen, den Lölis, in der Zuger Altstadt. Sie ist umringt von einer grossen Schar Kinder und vielen Erwachsenen, die dem Spektakel beiwohnen. Die Kinder rufen laut «Greth Schälle Bei» und werden von den acht Maskierten aufgefordert, noch kräftiger zu schreien, worauf sie mit Orangen, Mutschli, Gebäck, Zunfttaler, Würstchen und verschiedenen Süssigkeiten belohnt werden. Allzu Zudringliche werden von Greth Schell mit ihrer Rute und den Lölis mit den typischen «Süü-Blooterei» in die Schranken gewiesen. Nach etwas mehr als einer Stunde ist der Spuk vorbei. Greth und Lölis sind wie vom Erdboden verschluckt, und die Kinder ziehen Bilanz über die Errungenschaften des Tages. Überall zufrieden Kindergesichter mit gefüllten Taschen.

Greth Schell live

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Quelle: Luzerner Zeitung, 04.03.2019

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